Pressemitteilungen

Kitas fehlen Fachkräfte

Kitas fehlen Fachkräfte

30.06.2021

ver.di-Umfrage: bundesweit wachsender Fachkräftemangel zeigt sich auch in den Kitas in Essen, Mülheim und Oberhausen


Auch in den Kitas in Essen, Mülheim und Oberhausen fehlen Fachkräfte. Das ergab eine bundesweite Befragung, die die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) über einen Zeitraum von fünf Wochen in Kitas durchführte. Direkt vor Ort oder online bestand die Möglichkeit, am sogenannten Kita-Personalcheck teilzunehmen. Trotz der angespannten Corona-Lage beteiligten sich bundesweit mehr als 12.000 Kita Beschäftigte von unterschiedlichen Trägern am ver.di-Personalcheck und gaben Auskunft über ihre Arbeits- und Personalsituation. Mit dabei waren auch Beschäftigte aus Essen, Mülheim und Oberhausen.

Die Studie, die im Zeitraum vom 15. Mai bis 22. Juni 2021 in Kooperation mit der Hochschule Fulda durchgeführt wurde, macht in ihren Ergebnissen die starke Belastung und die Unzufriedenheit der Kita-Beschäftigten mit der Arbeitssituation deutlich.

Fast 38 Prozent der Befragten gaben an, dass sie zeitweise für mehr als 17 Kinder am Tag gleichzeitig verantwortlich sind, 13,2 Prozent davon waren sogar für mehr als 21 Kinder zuständig. Daher ist es nicht überraschend, dass die Hälfte von ihnen sagen, dass sie zu wenig Zeit haben, um auf die Wünsche und Bedürfnisse der Kinder einzugehen.

„Neben dem Stress macht das die Beschäftigten unzufrieden. Sie wollen eine gute Arbeit leisten und für die Kinder und Eltern da sein. Doch die Bedingungen sind so schlecht, dass dies schlichtweg nicht möglich ist. Diese Ergebnisse sind ein deutliches Signal der Kolleginnen und Kollegen für mehr Entlastung“, betont Martina Peil, die zuständige ver.di-Sekretärin für die kommunalen Kitas in Essen.

Über 27 Prozent der befragten Beschäftigten gaben an, dass sie ihren eigenen pädagogischen Ansprüchen im Alltag nicht gerecht werden können. Mehr als 39 Prozent arbeiten häufig unbezahlt außerhalb ihrer normalen Arbeitszeit, um die Arbeit bewältigen zu können.

Gefragt wurden die Kita-Beschäftigten auch danach, wie viele Kolleginnen und Kollegen in ihrem Team fehlen würden, um die pädagogische Arbeit so leisten zu können, wie es die gestellten Anforderungen, wie beispielsweise Bildungspläne, erwarten lassen. Danach fehlen in jeder Kita im Durchschnitt 4,5 Vollzeitkräfte. 
„Das ist skandalös und nicht hinnehmbar. Für die Beschäftigten, für die Kinder und für die Eltern muss sich dringend etwas ändern, um diese Situation zu verbessern“, fordert Katharina Schwabedissen, zuständig für die Kitas der Kirchen und freien Wohlfahrtspflege.
„Für uns als zuständige Gewerkschaft für die Fachkräfte in den Kindertageseinrichtungen heißt das, wir dürfen die Beschäftigten nicht mit ihren Belastungen allein lassen und sind gefragt, uns in den Kommunen, Ländern, im Bund und bei den Arbeitgebern dafür einzusetzen, dass sich die Bedingungen endlich verbessern. Das werden wir eindringlich tun“, erklärt Henrike Eickholt, ver.di-Geschäftsführerin im Bezirk Ruhr-West.

Die Befragung wird bis September durch die Hochschule Fulda differenziert wissenschaftlich ausgewertet und im September in Gänze vorgestellt.

Kontakt
Martina Peil                           Mobil: 0173 9274797
Gewerkschaftssekretärin Fachbereich Gemeinden

Katharina Schwabedissen     Mobil: 0151 25960712
Gewerkschaftssekretärin Fachbereich Gesundheit und Soziales

Pressekontakt

Herausgeber: Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft
Bezirk Ruhr-West
Teichstraße 4a
45127 Essen
fon: +49 201 24752 - 0
fax: +49 201 24752 - 30
mail: bz.ruhr-west@verdi.de
V.i.S.d.P.: Henrike Eickholt
Bezirksgeschäftsführerin