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Erst Klatschen und dann die Klatsche?

Erst Klatschen und dann die Klatsche?

09.03.2021
AWO Fotoaktion zum Frauentag ver.di BZ Ruhr-West AWO Fotoaktion

Aktion zum Frauentag vor der AWO in Holsterhausen, einigen Kitas und der Pflege.

Es ist fast ein Jahr her, dass unsere Heldinnen und Helden von den Balkonen für ihre Leistungen in sozialen Berufen beklatscht worden sind. Seitdem ist viel Zeit vergangen, doch für die Beschäftigten in der Altenpflege, in den Kitas und anderen Bereichen bei der Arbeiterwohlfahrt hat sich die Welt in den letzten 12 Monaten einmal um 180° gedreht. Auch bei der AWO zeigt die Pandemie wie ein Brennglas: Soziale Arbeit, Bildung, Erziehung und Pflege sind für unsere Gesellschaft überlebenswichtig und oft weiblich. Diese Arbeit verdient es aufgewertet zu werden.

Jetzt steckt die Gewerkschaft in Tarifverhandlungen für die ver.di-Mitglieder bei der AWO, denn auch die Beschäftigten des Sozialverbandes wollen für gute Arbeit gut bezahlt werden.
"Es war in der Vergangenheit immer so, dass wir große Demos vor dem Kreisverband oder auf dem Willy-Brandt-Platz gemacht haben", erinnert sich Sibylle Plage, die als ver.di-Vertrauensfrau bei der AWO schon so manchen Arbeitskampf mitgemacht hat. "In der Corona-Zeit ist vieles anders und das gilt auch für unsere gewerkschaftliche Arbeit im Betrieb", so die Verwaltungskraft, die sich gut auskennt in allen Bereichen der AWO. Um für einen besseren Tarifvertrag zu kämpfen, ist Streik nur das letzte Mittel und viele Kolleginnen und Kollegen wünschen sich den letzten Schritt gar nicht gehen zu müssen.
"Es gibt zwar einen hohen Grad an Verunsicherung, aber zur Not werden meine Kolleginnen und Kollegen auch auf die Straße gehen - mit Anstand und Abstand", ist sich die Vertrauensfrau sicher.

Mit einer kleinen Fotoaktion am 8. März mit nur 8 Leuten, aber großen Händen zum Klatschen haben aber Beschäftigte vorgefühlt, wie es sich anfühlt, unter Corona-Bedingungen vor der AWO-Zentrale zu demonstrieren.

Natürlich hat es schon Verhandlungen gegeben und die Ar-beitgeberseite weiß auch um die besondere Situation. Doch gerade eine von ver.di geforderte soziale Komponente mit einem Mindestbetrag von 75 € wird entschieden zurückgewiesen.
Für Björn Jadzinski von ver.di Ruhr-West ist klar: "Einige Beschäftigte sind sauer, andere Beschäftigte sind einfach nur frustriert. Gerade wenn ich an die Altenpflege der AWO denke, sehe ich viele Pflegekräfte, die nicht nur durch Corona seit über einem Jahr auf mehr als Volllast laufen."
Für die nächste Verhandlungsrunde am 17. März wünscht sich Jadzinski, dass "die AWO-Arbeitgeber sich die Leistung der Kolleginnen und Kollegen an der Basis angucken und ein faires Angebot machen." Ob es im weiteren Verlauf der Tarifverhandlungen auch zum Streik kommen kann, wie es ihn auch im Oktober im öffentlichen Dienst gegeben hat, ist noch völlig offen. "Es kommt insbesondere auf das Verhalten der Arbeitgeber an", betont Björn Jadzinski, der selbst auch AWO-Mitglied ist und hofft, dass die Arbeiterwohlfahrt in dieser Corona-Tarifrunde ihrem Namen alle Ehre macht.

Für Rückfragen:
Björn Jadzinski, Gewerkschaftssekretär Gesundheit & Soziales, Mobil: 0151 - 62462187

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