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Service-Handwerkerinnen und Handwerker im Streik

Pressemitteilung

Service-Handwerkerinnen und Handwerker im Streik – auch im Interesse der Mieterinnen und Mieter

29.01.2021

Die Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter bei der Servicegesellschaft des Großvermieters LEG kämpfen für einen Tarifvertrag

Ungewöhnliche Post werden viele Mieterinnen und Mieter der LEG Wohnen in Mülheim, Essen und Oberhausen in den nächsten Tagen erhalten.
Absender: Die in der Vereinigten Dienstleistungsgewerkschaft ver.di organisierten Handwerkerinnen und Handwerker der LEG-Servicegesellschaft TechnikServicePlus (TSP).

Manche Bewohnerinnen und Bewohner des in den drei Städten einige tausend Einheiten umfassenden Immobilienbestandes der LEG werden sich schon gewundert haben, warum Reparaturen in den letzten Wochen auf sich warten ließen.
Der Grund: Auch die Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter der TSP-Niederlassung Mülheim, zuständig für das westliche Ruhrgebiet und den Niederrhein, befinden sich im Streik. Sie wollen endlich einen Tarifvertrag für die 400 Beschäftigten der TSP, den die Kolleginnen und Kollegen von der Mutter LEG längst haben. Und dazu eine Lohnerhöhung von 170 Euro.

Großzügiger LEG-Vorstand – aber nicht für TSP-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter

Die LEG gehört mit ihren rund 140.000 Wohnungen zu den ganz Großen der Branche.
Beachtlich sind auch die Erträge: Für das abgelaufene Geschäftsjahr 2020 hat das Management einen Nettogewinn von 370 bis 380 Millionen Euro in Aussicht gestellt. Die Maximalvergütung des Vorstandes wurde großzügig erhöht, für den Vorstandsvorsitzenden gleich um 1,4 Millionen. Nur ein Tarifvertrag und die Lohnerhöhung, die sich für alle Beschäftigten zusammen gerade einmal auf 0,9 Millionen im Jahr summiert, sollen nicht drin sein.

In ihrem Brief bitten die Kolleginnen und Kollegen von ver.di die Mieterinnen und Mieter um Verständnis, „wenn in nächster Zeit ein mit der LEG vereinbarter Termin aufgrund des Streiks bei der TSP verschoben werden muss.“ Verantwortlich sei dafür die Verweigerungshaltung der Arbeitgeber, die sie gezwungen habe, zur Arbeitsniederlegung als letztem Druckmittel zu greifen.

Verhandlungen verweigert

Tatsächlich hat die Gewerkschaft immer wieder Gesprächsbereitschaft signalisiert, um mit dem Unternehmen zu konstruktiven Gesprächen zu kommen. Doch die Geschäftsführung zeigte auf Weisung des Vorstands der LEG die kalte Schulter. Verhandlungen hätten keinen „Mehrwert“, verlautete es arrogant aus der Chefetage.
An die 20 Streiktage sind unterdessen seit November aufgelaufen, was sich zum Bedauern der Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter bei etlichen Mieterinnen und Mietern in längeren Wartezeiten auf kleine oder größere Reparaturen bemerkbar gemacht hat.
Für Andrea Becker, Landesfachbereichsleiterin „Besondere Dienstleistungen“ von ver.di, gibt es für den Blockadekurs des Arbeitgebers nur eine Erklärung: „Der Vorstand der LEG lehnt den Tarifvertrag nicht aus finanziellen, sondern aus ideologischen Gründen ab. Ihm geht es nicht ums Geld, sondern um die Durchsetzung einer Machposition auf Biegen und Brechen.
Er hat damit die unendlich langen Wartezeiten der Mieterinnen und Mieter zu verantworten.“

Unterstützung vom Deutschen Mieterbund

Auch Daniel Zimmermann vom Deutschen Mieterbund sieht das Verhalten der LEG-Spitze kritisch. Der Konzern betrachte die Instandhaltung als reinen Kostenfaktor, was letztlich die Wohnqualität mindere. Dagegen würden „ausreichend Personal und gute Arbeitsbedingungen auch zu einem besseren Service für die Mieter führen.“ Der Mieterbund unterstützt deshalb die Forderungen der ver.di-Kolleginnen und -Kollegen und hilft bei der Verteilung ihres Briefes in den LEG-Wohnanlagen. Denn letzten Endes profitieren auch Hunderttausende Bewohnerinnen und Bewohner vom Streik bei TSP.

Auch wenn die LEG noch stur bleibt: Die Kolleginnen und Kollegen der Gewerkschaft sind entschlossen, für ihre Ziele weiter zu streiten. Das zeigte sich auf den wegen Corona digital durchgeführten Streikversammlungen der letzten Tage, in der gleich eine ganze Palette von Aktionsvorschlägen in der Diskussion war. Und wenn nötig, werden sie weiter streiken, für einen Tarifvertrag, aber auch im Interesse der Mieterinnen und Mieter der LEG. 

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