Pressemitteilungen

Es ist 5 nach zwölf

Pressemitteilung

Klinikbeschäftigte fordern bedarfsgerechte Personalausstattung

08.04.2021

Es ist 5 nach zwölf

Bundesweit protestieren Krankenhausbeschäftigte am Montag (12. April 2021) für bedarfsgerechte Personalvorgaben.
So auch am Uniklinikum Essen, wo sich Kolleginnen und Kollegen um 12.05 Uhr am Haupteingang, Hufelandstr. 55 in Essen zu einer Foto-Aktion versammeln. Anlass ist die zeitgleich stattfindende Bundestagsanhörung zum »Gesetz zur Weiterentwicklung der Gesundheitsversorgung«.
Die Beschäftigten der Kliniken kritisieren, dass im aktuellen Entwurf erneut keine bedarfsgerechte Personalbemessung auf den Weg gebracht wird.

»Die Kolleginnen und Kollegen in den Krankenhäusern sind am Ende ihrer Kräfte, und das nicht erst seit der Corona-Pandemie«, betonte Henrike Eickholt, ver.di-Bezirksgeschäftsführerin.
»Schon seit Jahren machen wir darauf aufmerksam, dass an allen Ecken und Enden Personal fehlt. Doch bis auf viele Versprechungen kommt in den Kliniken nichts an.«
Immer wieder habe Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) zugesagt, für Entlastung zu sorgen. Im Rahmen der Konzertierten Aktion Pflege wurden die Deutsche Krankenhausgesellschaft, der Deutsche Pflegerat und ver.di damit beauftragt, ein Instrument zur Personalbemessung zu erarbeiten. Seit über einem Jahr liegt dieses vor, die PPR 2.0. Doch passiert ist damit nichts.
»Die Geduld der Pflegekräfte ist längst aufgebraucht. Sie haben es satt, sich immer wieder vertrösten zu lassen«, betonte Eickholt weiter.
»Die PPR 2.0 muss sofort eingeführt werden. Es ist Spahns letzte Chance.«

Um diese Forderung zu unterstreichen, beteiligen sich Beschäftigte des Uniklinikums am Montag an einer bundesweiten Foto-Aktion von ver.di. »Wir wollen ein sichtbares Zeichen setzen, dass es so nicht weitergehen kann«, sagte Alexandra Willer, Personalratsvorsitzende und ver.di-Vertrauensfrau.

»Die Menschen können nicht so versorgt werden, wie es sein müsste. Die Kolleginnen und Kollegen gehen unzufrieden nach Hause. Etliche reduzieren ihre Arbeitszeit oder flüchten ganz aus dem Beruf, weil sie es nicht mehr aushalten. Sie brauchen dringend die verbindliche Perspektive, dass sich die Bedingungen verbessern.«
Andernfalls sei zu befürchten, dass die Flucht aus der Pflege nach der Pandemie noch zunimmt. Um das zu verhindern, brauche es dringend Personalvorgaben, die sich am Pflegebedarf orientieren. Das Vorhaben dürfe nicht mit Verweis auf ein noch zu entwickelndes wissenschaftliches Verfahren zur Personalbemessung auf die lange Bank geschoben werden.
»Die bestehenden Personaluntergrenzen sind völlig unzureichend und garantieren keine gute Versorgung«, ergänzt Willer weiter.
»Deshalb brauchen wir die PPR 2.0 – jetzt!«

Montag, 12. April 2021, 12.05 Uhr, Universtitätsklinikum Essen, Hufelandstr. 55 in Essen 

Bei der Aktion stehen Beschäftigte, u.a. Alexandra Willer, Personalratsvorsitzende und ver.di-Vertrauensfrau, für Pressegespräche zur Verfügung.
Der Termin eignet sich zur Bildberichterstattung. 

Pressekontakt

Herausgeber: Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft
Bezirk Ruhr-West
Teichstraße 4a
45127 Essen
fon: +49 201 24752 - 0
fax: +49 201 24752 - 30
mail: bz.ruhr-west@verdi.de
V.i.S.d.P.: Henrike Eickholt
Bezirksgeschäftsführerin