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Ruhrlandklinik: "Beschäftigte bleiben besonnen"

Streik im öffentlichen Dienst

Beschäftigte der Intensivstation an der Ruhrlandklinik bleiben besonnen trotz Blockadehaltung der Geschäftsführung

12.10.2020

Die Streikbereitschaft auf der Intensivstation der Essener Ruhrlandklinik ist hoch.
Trotzdem wird dort am heutigen Warnstreiktag des öffentlichen Dienstes in Essen nicht gestreikt.

Die Beschäftigten sind sauer. Die Geschäftsführung hatte bereits vor dem 1. Warnstreiktag Notdienstverhandlungen mit der Gewerkschaft ver.di verweigert. Und auch vor dem heutigen Streiktag gab es keinerlei Bereitschaft, einen Notdienst zu verhandeln, obwohl der Geschäftsführung bekannt war, dass die Bereitschaft zum Streik in den Krankenhäusern hoch ist.

„Am Donnerstag kam eine Mail von der Geschäftsführung, mit der Bitte, die Intensivstation nicht zu bestreiken, weil die Intensivkapazitäten knapp sind – auch an der Uniklinik Essen,“ erklärt Katharina Schwabedissen, die zuständige Gewerkschaftssekretärin der Gewerkschaft ver.di die Situation.
„Ich kann die Sorge der Geschäftsführung nachvollziehen. Aber ich empfinde es als Unverschämtheit gegenüber den Beschäftigten, erst Notdienstverhandlungen abzulehnen und dann zu fordern, eine Station vom Streik auszunehmen! Wir wurden als Betriebsrat erst gar nicht informiert,“ ergänzt Elke Regber, Betriebsratsvorsitzende an der Ruhrlandklink.

Mit Blick auf die steigenden Coronazahlen und die Versorgungssituation hat die Gewerkschaft ver.di entschieden, die Intensivstation nicht in den Streik zu rufen.
„Das ist eine extrem schwierige Entscheidung gewesen. Der Arbeitgeber greift mit der Blockadehaltung, Verhandlungen über eine Notbesetzung zu führen, letztlich in das Streikrecht der Beschäftigten ein und verschiebt die Verantwortung. Sollte es vor einem möglichen weiteren Streiktag wieder nicht zu Verhandlungen kommen, werden wir alle Beschäftigten in den Streik rufen. Das ist der Geschäftsführung bekannt,“ beschreibt Schwabedissen das Dilemma.

Am Alfried-Krupp-Krankenhaus, an dem zeitgleich gestreikt wird, wurde eine Notdienstvereinbarung abgeschlossen. Darin ist geklärt, dass die Belegungszahlen der Corona- und Intensivstation am Tag vor dem Streik dazu führen können, dass mehr Pflegekräfte auf den Stationen arbeiten müssen, als in der Notdienstvereinbarung vereinbart.

Henrike Eickholt, Geschäftsführerin bei ver.di Ruhr-West, stellt fest: „Wir bestreiken keine Patientinnen und Patienten!

Die Beschäftigten in den Krankenhäusern streiken, weil das Angebot der Arbeitgeber auf zweieinhalb Jahre Nullrunde eine Frechheit ist. Leicht fällt das hier niemandem. Aber es liegt bei den Arbeitgebern, endlich ein Angebot auf den Tisch zu legen, dass den Applaus der letzten Monate – und vor allem die hochqualifizierte und systemrelevante Arbeit der Beschäftigten - widerspiegelt.“ 

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