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ver.di gegen die Schließung der Stadtteilbibliotheken

ver.di gegen die Schließung der Stadtteilbibliotheken

28.05.2021

Die Gewerkschaft ver.di wendet sich gegen die von der Mülheimer Politik mehrheitlich beschlossene Schließung der Stadtteilbibliotheken in Heißen, Styrum, Speldorf und Dümpten.
„Wird dieser Vorschlag zur Schließung von den politisch verantwortlichen Personen so umgesetzt, stellt dies für die Bildungspolitik und für die damit betroffenen Nutzerinnen und Nutzer der Angebote der Stadtteilbibliotheken eine katastrophale Fehlentscheidung dar“, so Michael Gerritzen, Vorsitzender des Fachbereichsvorstandes Bildung, Wissenschaft und Forschung der Gewerkschaft ver.di in Mülheim, Essen und Oberhausen.

Insbesondere für Kinder und Jugendliche stellt dieser niedrigschwellige und ungehinderte Zugang zu Bibliotheken ein bedeutendes und wertvolles Bildungsangebot dar. Dieses Angebot trägt wesentlich zur Vermittlung von allgemeiner, interkultureller und staatsbürgerlicher Bildung bei. Das Angebot unterstützt damit die demokratische Willensbildung und ermöglicht gleichberechtigte Teilhabe und gesellschaftliche Integration.

Dieses in den Stadtteilbibliotheken zur Verfügung stehende Bildungsangebot wird dort über die Jahre regelmäßig und mit steigender Frequenz nachgefragt.
So stiegen im Zeitraum von 2013 bis 2019 die Ausleihen um 23,7% und in dem selben Zeitraum die Besuchszahlen um 41,5% auf 126.480.
„Auch diese Zahlen verdeutlichen, dass die Angebote in den Stadtteilbibliotheken nachhaltig nachgefragt werden, die Stadtteilbibliotheken jedoch auch als Orte der Begegnung, der Kommunikation und des kulturellen Austausches von den Bürgerinnen und Bürgern als Nutzerinnen und Nutzern angenommen werden“, erklärt Eric Wiemer, Sprecher der ver.di-Vertrauensleute der Stadt Mülheim.

Diese qualitativen Angebote werden durch bibliothekarisches Fachpersonal erbracht. Diese hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind für die erfolgreiche Arbeit in den Stadtteilbibliotheken verantwortlich. Auch zukünftig muss eine nachhaltig weiterhin erfolgreiche Arbeit in den Stadtteilbibliotheken durch bibliothekarisches Fachpersonal erfüllt werden und kann nicht durch in den Stadtteilbibliotheken eingesetztes ehrenamtliches Personal ersetzt werden, so Eric Wiemer weiter.

Auch aufgrund der Erfahrungen im Zusammenhang mit der aus haushaltspolitisch motivierten Gründen erfolgten Einsparung des Angebotes des „Bücherbusses“ sollten die politischen Entscheidungsträger von dem von ihnen getroffenen Beschluss dringend Abstand nehmen.
Fast 2.000 Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren, die das Angebot des „Bücherbusses“ regelmäßig genutzt haben, wurden nach Wegfall weder in den Schul- und Stadtteilbibliotheken noch im Medienhaus als neue Nutzerinnen und neue Nutzer registriert, so ver.di weiter.
Diese Kinder und Jugendlichen sind jedenfalls in dieser Hinsicht für das Bildungssystem bereits verloren gegangen.

Die von den politischen Entscheidungsträgern in Mülheim getroffene Entscheidung steht auch im krassen Widerspruch zu dem auf Landesebene eingebrachten Gesetzentwurf zum Kulturgesetzbuch NRW. Gerade die Bibliotheken im Land NRW sollen als Begegnungsräume und Lernorte gestärkt werden, Medien- und Informationskompetenz vermittelt werden.

Welchen Sinn haben Gesetze, die vor Ort für die Nutzerinnen und Nutzer und somit für die Bürgerinnen und Bürger nicht umgesetzt werden? 

Kontakt
Dirk Walter, Gewerkschaftssekretär Bildung, Wissenschaft und Forschung, 0175/5219598 

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