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Konfliktfähig trotz Corona

Pressemitteilung

Konfliktfähig trotz Corona

12.02.2021

Der ver.di-Bezirk Ruhr-West ist stark und kämpferisch ins neue Jahr gestartet

Massenhaft Kurzarbeit, Einkommensverluste vor allem in den un-teren Lohngruppen, ungewisse Aussichten – die Pandemie schafft für Gewerkschaften eher schwierige Bedingungen. Da mag es erstaunen, dass der ver.di-Bezirk Ruhr-West mit Zuversicht in das neue Jahr blickt.
„Auf kommende Auseinandersetzungen sind wir gut vorbereitet“, erklärt Bezirksgeschäftsführerin Henrike Eickholt.
„Bereits im letzten Jahr haben wir gezeigt, dass wir unter Corona-Bedingungen streiken können. Auch die aktuellen Tarifrunden bei der DB direkt, bei TSP und im Wach-und Sicherheitsgewerbe zeigen: Wenn es darauf ankommt, sind wir zum Arbeitskampf bereit – und das corona-konform.“

Rückblick mit Licht und Schatten
Dabei war 2020 kein durchweg gutes Jahr für die Kolleginnen und Kollegen der 13 Fachbereiche der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft ver.di. Das Ende zweier Krankenhäuser im Essener Norden hat viel Arbeit und Kopfzerbrechen bereitet. Bis zum letzten Tag hat ver.di mit den Kolleginnen und Kollegen für ihren „Kaufhof“ gekämpft und doch konnten wir die Schließung von Galeria Karstadt Kaufhof in der Essener City nicht verhindern. Beide Entscheidungen für Henrike Eickholt rein renditegetrieben und gegen die Interessen nicht nur der Beschäftigten, sondern auch der Essener Bevölkerung.
Die Schließung der Kliniken wird zu schlechterer gesundheitlichen Versorgung führen. Ein Wahnsinn angesichts der aktuellen Herausforderungen, vor denen das Gesundheitswesen durch das Virus steht.
Und kein Kaufhof mehr auf der Kettwiger Straße bedeutet, der Verödung der Innenstadt Vorschub zu leisten.
„Kapitalismus pur“ nennt die Geschäftsführerin das Vorgehen des Investors René Benko, der Arbeitnehmer auf die Straße setzt, während sich der Nettogewinn seiner Holding verdoppelt.
Sehr positiv ist es hingegen für die Kolleginnen und Kollegen bei der Oberhausener Gebäudemanagement GmbH gelaufen. „Unsere Tarifkommission aus Beschäftigten der OGM hat lange und gut verhandelt“, meint Eickholt, die sich freut, dass die Rekommunalisierung und damit Rückkehr zur Stadtverwaltung durch einen Tarifvertrag für unsere Mitglieder abgesichert worden ist.

Erfolgreiche Tarifrunde im öffentlichen Dienst
Was das vergangene Jahr für ver.di unter dem Strich außerdem zu einem Erfolgsjahr gemacht hat, war die Tarifauseinandersetzung im Öffentlichen Dienst. Obwohl gleich zum Auftakt von Corona kalt erwischt, konnte ein unter den schwierigen Rahmenbedingungen beachtliches Ergebnis erzielt werden, nicht nur was die Entgelterhöhungen betrifft. Auch die steuerfreie Corona-Prämie und die Pflegezulage für die in der Pandemie besonders belasteten und infektionsgefährdeten Kolleginnen und Kollegen im Gesundheits- und Sozialwesen können auf dem gewerkschaftlichen Erfolgskonto verbucht werden. Alles gegen den hartnäckigen Widerstand der öffentlichen Arbeitgeber durchgesetzt, die glaubten, wegen Corona mit den Be-schäftigten leichtes Spiel zu haben. Eine Nullrunde wollten sie erzwingen, provozierten damit aber in Mülheim, Essen und Oberhausen, den drei Städten des Bezirks, eine Streikbereitschaft, die Henrike Eickholt bis dahin nur selten erlebt hatte: „Die Leute waren empört, weil doch sie es sind, die den Laden am Laufen halten, auch unter den sehr schweren Voraussetzungen der Pandemie. Und dann diese verächtliche Haltung der Arbeitgeber. Viele haben von sich aus bei uns angerufen, weil sie streiken wollten.“
Bei so viel Kampfbereitschaft erwiesen sich die Probleme, die ein Streik in Corona-Zeiten mit sich bringt, als gut lösbar.
Bei den Sparkassen konnte durch die hohe Streikbereitschaft der Beschäftigten immerhin ein Teilerfolg erzielt werden.
Die Arbeitgeberforderungen nach hohen finanziellen Einschnitten bei der Sparkassen-Sonderzahlung konnten zwar nicht verhindert, aber immerhin abgemildert werden.
„Wir gehen gemeinsam selbstbewusst in die Zukunft,“ erklärt Henrike Eickholt und meint damit auch die Beschäftigten im Öffentlichen Personennahverkehr. Hier stehen Themen wie Arbeitszeit, Entlastung und Verlängerung der Ruhezeiten weiterhin auf unserer Agenda und werden in der nächsten Tarifrunde wieder aufgegriffen.

Mit gestiegenem Selbstbewusstsein an die neuen Herausforderungen
Nach einer erfolgreichen Tarifrunde und vielfältigen positiven Erfahrungen gehen die Kolleginnen und Kollegen also mit größerem Mut und Selbstbewusstsein ins neue Jahr, und die Organisation zudem mit einer positiven Mitgliederentwicklung.
Das sind gute Voraussetzungen für die Bewältigung der neuen Herausforderungen, zu denen an erster Stelle die Tarifpolitik gehört.
Die aktuell laufenden Streikaktionen bei der DB direkt und bei den Handwerkerinnen und Handwerker der LEG-Immobiliengruppe, die mehr als100.000 Mietwohnungen besitzt, bestätigen das gewerkschaftliche Selbstbewusstsein.
ver.di-Kolleginnen und Kollegen des Bezirks sind immer vorne mit dabei.
Weitere Tarifrunden stehen im Groß- und Einzelhandel, bei der AWO und im Bereich der Beschäftigten im öffentlichen Dienst im Länderbereich (z.B. Uniklinikum Essen) für 2021 an.
Weiter auf dem Arbeitsplan, der damit keineswegs abschließend beschrieben ist: Die Verbesserung der personellen Ausstattung in allen Bereichen des Krankenhauses von der Technik bis hin zum Labor und in der Altenpflege.

„Auch politisch werden wir uns zu Wort melden“, fügt Henrike Eickholt hinzu.
Dabei wird es zum Beispiel um die längst überfällige Altschuldenlösung der Kommunen und die Erhöhung des Mindestlohns gehen sowie um die Unterstützung der „Volksinitiative für gesunde Krankenhäuser NRW“, die sich für ein nicht am Profit, sondern am Gemeinwohl orientiertes Gesundheitswesen einsetzt.
Und natürlich steht auch die Bundestagswahl im Herbst auf der Agenda.
„Wir wollen eine gerechte Welt. Wir kämpfen für soziale Gerechtigkeit und die Stärkung unserer Demokratie. Wir setzen uns dafür ein, dass die Folgen der Krise nicht wieder auf dem Rücken der Beschäftigten abgeladen werden. Das sind Themen, die wir gerade im Jahr der Bundestagswahl aufgreifen werden.
Wir werden uns für die Belange der arbeitenden Menschen einmischen“, kündigt Henrike Eickholt an, „wie es die Aufgabe einer Gewerkschaft ist.“

Info:
Die Gewerkschaft ver.di ist auch in Zeiten des Lockdowns für ihre Mitglieder da.
„Vom Rechtsschutz bis zur Mitgliederverwaltung sind wir voll leistungsfähig“, so Eickholt, die Geschäftsführerin der Geschäftsstellen in Essen und Oberhausen sowie des Beratungsplatzes in Mülheim ist.
Da sich viele Dinge auch digital klären lassen und einige Beschäftigte im Homeoffice sind, wird um Meldung per Telefon oder Mail gebeten um schon vorab das Anliegen bestmöglich zu bearbeiten.

E-Mail: bz.ruhr-west@verdi.de
Telefon Essen: 0201-247520
Telefon Oberhausen und Mülheim: 0208 -456710

 

Henrike Eickholt vor Kampagnenbild Udo Milbret Henrike Eickholt

Pressekontakt

Herausgeber: Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft
Bezirk Ruhr-West
Teichstraße 4a
45127 Essen
fon: +49 201 24752 - 0
fax: +49 201 24752 - 30
mail: bz.ruhr-west@verdi.de
V.i.S.d.P.: Henrike Eickholt
Bezirksgeschäftsführerin