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Streit um Arbeitszeiten und Dienstkleidung: ver.di stellt sich hinter STOAG-Betriebsrat

25.01.2018

Die Gewerkschaft ver.di unterstützt den Protest der STOAG-Fahrerinnen und Fahrer, die keine Dienstkleidung mehr tragen müssen.
Einen Zehn-Stunden-Arbeitstrag wird ver.di nicht tolerieren.

Die Gewerkschaft ver.di hat sich im Konflikt um die Arbeitszeiten zwischen dem Betriebsrat und Geschäftsführung beim städtischen Nahverkehrsunternehmen STOAG eingeschaltet. „Und zwar aus gutem Grund: Gleich in mehreren Punkten halten wir die durch einen Beschluss der betrieblichen Einigungsstelle auferlegten neuen Arbeitszeiten für nicht fahrerfreundlich. Die Haltung und Ablehnung des Betriebsrats der STOAG können wir daher nur ausdrücklich unterstützen!“, betont Rainer Sauer, Gewerkschaftssekretär im Fachbereich Verkehr des ver.di-Bezirks Ruhr-West und dort zuständig für die Städte Essen, Mülheim und Oberhausen. Denn Arbeitszeiten von mehr als achteinhalb Stunden – gerade im Fahrerbereich – sollten eine absolute Ausnahme sein. „Aus gesundheitlicher Hinsicht können wir längere Arbeitszeiten nicht vertreten – und das sollte die Geschäftsführer der STOAG ebenso wenig, wenn ihnen das Wohl ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und die Sicherheit der Fahrgäste wichtig ist“, so Sauer. 

Betriebsvereinbarung und Nahverkehrsplan müssen eingehalten werden!

Für die Fahrerinnen und Fahrer ergeben sich aufgrund der neuen Regelungen bei einigen Diensten Schichtzeiten von mehr als zehn Stunden. Sauer: „Das ist nicht hinnehmbar! Auch die neu gestalteten geteilten Dienste am Wochenende von bis zu zwölf Stunden sind alles andere als familienfreundlich. ver.di bemängelt auch, dass nicht alle Arbeitszeiten in die Arbeitszeitberechnung einfließen. Die STOAG stellt ca. fünf Minuten Minderleistung pro Tag und Fahrerin und Fahrer in den Raum. Der Betriebsrat sieht jedoch hierbei außer Acht gelassen, dass wenn ein Fahrer zum Beispiel wegen Verspätung erst neun Minuten später Feierabend macht, so findet sich diese Zeit nirgendwo wieder. So ergeben sich nach Berechnung des Betriebsrates inklusive Wegezeiten in diesem Fall sogar neunundzwanzig Minuten.

„Was die Auseinandersetzung bezüglich der Dienstkleidung angeht, so stehen wir voll und ganz hinter dem Betriebsrat!“ Wenn Fahrer vom Betriebshof zum Einsatzort müssen, etwa am Bahnhof Oberhausen den Bus übernehmen, sei diese Zeit ganz klar in die Arbeitszeit einzuberechnen. Sauer: „Der Betriebsrat hat hier mitzubestimmen. Dies ist höchstrichterlich vorm Bundesarbeitsgericht entschieden. Wenn die STOAG den Fahrern nun freistellt, ob sie die Dienstkleidung tragen wollen oder nicht, ist diese einseitige Handlung so ohne weiteres nicht möglich. „Immerhin gibt es hierzu noch eine gültige Betriebsvereinbarung und einen Nahverkehrsplan, der das Tragen der Dienstkleidung zum Inhalt hat“, bekräftigt Sauer.

Beides könne folglich nicht ohne weiteres ausgehebelt werden. Die Gewerkschaft ver.di erwartet nunmehr vom Rat der Stadt Oberhausen sowie vom Oberbürgermeister, dass sie sich zur Thematik äußern – und Position beziehen. Sauer: „Immerhin ist der Nahverkehrsplan Bestand einer Ratsentscheidung, die es einzuhalten gilt. Wenn die STOAG dann nun auch noch bestimmen will, welche Privatkleidung korrekt ist oder nicht, hat auch dann der Betriebsrat mitzubestimmen. Ich empfehle der STOAG sich möglichst schnell mit dem Betriebsrat wieder an einen Tisch zu setzen. Denn: Zerschlagenes Porzellan hilft keiner Fahrerin und keinem Fahrer.“ 

Die Fahrerinnen und Fahrer – das Aushängeschild der STOAG

Die Fahrerinnen und Fahrer seien immerhin Aushängeschild für die STOAG. Die unklare Situation und ihre in Teilen große Unzufriedenheit müsse ein Ende haben. Sauer: „Es gilt die Fahrer zu motivieren statt sie zu verärgern. Wer täglich tausende Bürger in Oberhausen und darüber hinaus durch gute Arbeit bewegt, bei dem müssen gute Arbeitsbedingungen selbstverständlich sein.“

Ansprechpartnerv für Rückfragen:

Rainer Sauer, Gewerkschaftssekretär im ver.di-Bezirk Ruhr-Wasr
Fachbereich Verkehr
Zuständig für Essen, Mülheim und Oberhausen
Büro: ver.di Bezirk Ruhr-West, Teichstraße 4a, 45127 Essen
Tel. 0201-24752-16
Mobil: 0175-2044447
E-Mail: rainer.sauer@verdi.de
www.verdi-essen-verkehr.de

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